Wie alles begann

Schön, dass du dich für unseren Blog interessierst! Möchtest du wissen, wie die Idee zu Jumedit entstanden ist? Unser allererster Blog-Beitrag erzählt davon.

Im Frühjahr 2019 war ich an einem Vortrag einer jungen Frau aus Simbabwe. Als junges Mädchen wurde bei ihr nach einer langen Leidensgeschichte HIV diagnostiziert. 

Die Klinik, in der sie aufgenommen wurde, half ihr nicht nur gesundheitlich wieder auf die Beine, sondern dank der Unterstützung durch eine Foundation konnte auch ihre Schulbildung finanziert werden. Heute studiert sie, ist voller Lebensfreude und kann ein ganz normales Leben führen.

Diese Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte ‒ für ein Individuum. Unweigerlich ging mir aber durch den Kopf: «Wie viele Kinder in unserer Welt haben nicht so viel Glück?»

Klar, dank ambitionierter Ziele wie z.B. der 90/90/90 Initiative der UN wird beim Thema HIV zur Zeit weltweit sehr gut zusammengearbeitet und auch zielgerichtet Hilfe angeboten. Aber was bedeutet das konkret für den betroffenen Menschen? Wie geht es nach der medizinischen Hilfe weiter? Haben diese Menschen eine Lebensgrundlage, auf der sie aufbauen können oder sind sie bereits aus dem System gefallen? Wie toll wäre es, wenn es hier eine Transparenz gebe und vielleicht eine Software-Anwendung, in der ich sehen könnte, wer genau was benötigt? Und zwar in Echtzeit! So das ich mit relativ kleinen Beiträgen tatsächlich und konkret helfen könnte?

An diesem Tag war die Idee für Jumedit geboren. 

Sie hatte damals natürlich noch keinen Namen, da es eher gedankliche Spielereien waren. Diese teilte ich mit Alex. Als Software-Architekt und Solution-Designer meinte er gleich, dass es technisch durchaus möglich wäre, so eine Plattform zu realisieren.

Das schöne mit Ideen ist ja, dass sie nicht verschwinden. Sie finden in unserem Unterbewusstsein einen Nährboden, fangen an zu keimen und zu wachsen.

Einige Monate später war ich in San Francisco. Die Armut, die ich dort sah, neben all dem Reichtum, traf mich mitten ins Herz. 

Ich kannte Obdachlosigkeit, Abhängigkeit und Hilflosigkeit zwar aus meiner Heimat Berlin. Warum es mich gerade in San Francisco so traf, weiss ich nicht. Vielleicht war es der starke Kontrast oder einfach der Fakt, dass eben die Jumedit-Idee mein Bewusstsein geschärft hatte und ich plötzlich irgendwie «besser» hinsah.

Ich sah die Not vor mir und dennoch wusste ich nicht, wie ich helfen sollte. 

«Ist mit Geld wirklich geholfen?» 

«Wenn ich hier Geld gebe, lauert mir eventuell um die Ecke jemand auf?» 

«Womit wäre tatsächlich langfristig geholfen?»

Natürlich hätte ich das Gespräch suchen können, aber ich bin ganz ehrlich: ich habe mich nicht getraut.

Und plötzlich war da wieder die Jumedit-Idee: Wie gut wäre es doch, wenn ich jetzt in einer App nachsehen könnte, was wirklich gerade in diesem Moment benötigt wird? Wie schön wäre es zu wissen, dass eine konkrete Person dank meiner Spende genau das bekommt, was sie jetzt gerade braucht? Zum Beispiel einen neuen Schlafsack, der auch wirklich warm hält.

Zurück in der Schweiz sprach ich wieder mit Alex darüber und wir fingen an zu recherchieren, ob es so etwas vielleicht schon gibt. 

Ja, es gibt sehr viele Hilfsangebote und Möglichkeiten zu spenden. Aber nichts überzeugte mich. Überall fehlte das Direkte, das Zeitnahe, die Transparenz.

Also, schauten Alex und ich uns an und beschlossen: Wir gründen ein Unternehmen.

 Autor:Julia
 Datum:06.12.2019
 Lesezeit:2 min